Erfahrungsbericht

Vorpraktikum in Lichtenstern

Nathalie Hartwig hat in Lichtenstern eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin gemacht. Davor hat sie ein einjähriges Vorpraktikum in Lichtenstern gemacht. Dort konnte sie erste Arbeitserfahrung sammeln und herausfinden, ob der Beruf etwas für sie ist:

Meine Wohngruppe war eine Pflegegruppe, das hat recht viel mit Pflegen zu tun: Morgens Leute waschen, rasieren, Essen geben, danach etwas mit den  Leuten unternehmen. Da kann man sich voll und ganz austoben und das auch sehr gut mit seinen eigenen Interessen verbinden. Jemand, der gerne Musik macht, macht Musik und jemand, der gerne malt, malt ein Bild mit den Bewohnern.

Man kann auch mal ins Schwimmbad oder auswärts Essen gehen. Wir haben in unserer Gruppe einen, mit dem wir manchmal in die Disko gehen. Ein Bewohner kriegt ab und zu eine Karte für ein Konzert.  Er ist schwer behindert und blind, und da geht man dann mit ihm mit. Hier in Lichtenstern gehen wir zum Beispiel dienstags ins Cafe, machen Spaziergänge usw. Die Jungs haben ja auch Heilpädagogische Förderung, da gehen sie mittags hin oder morgens, je nachdem.

Das Schöne an Lichtenstern ist, dass man auch was zurückkriegt: Zum Beispiel wenn der Heinz*) lacht.

Das Besondere an Lichtenstern? Die Arbeit an sich ist halt gut. Es gefällt mir einfach.

Irgendwas mit Computern, die ganze Zeit vorm Kasten sitzen, einfach nur stumm dasitzen, das ist etwas, was ich nie machen würde. Mir ist wichtig, dass ich viel mit Menschen machen kann.

Ich selbst habe viel dazu gelernt, wie man mit Menschen umgeht. Bei uns in der Gruppe sind Menschen, die sich nicht wehren können. Das erfordert viel Einfühlungsvermögen. Man muss sich in den Menschen hineinversetzen: Würde mir das jetzt gefallen? Man muss sich an die Stelle des anderen stellen.

Wir brauchen Leute. Ich fände es schön, wenn’s hier noch ein paar junge Leute mehr geben würde. Weil halt doch viele sagen: Behinderte, nein danke!

Ich kann allen nur empfehlen: Es einfach ausprobieren, hospitieren, reinschauen, sich die Sache  ankucken. Dem einen liegt’s, dem anderen nicht.

*) Name von der Redaktion geändert


Nico  Neu

Nico Neu

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